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Zahnunfall: Was bei abgebrochenen und ausgeschlagenen Zähnen zu tun ist

Bei einem Zahnunfall entscheidet die erste halbe Stunde oft darüber, ob ein Zahn erhalten werden kann. Ein vollständig ausgeschlagener Zahn lässt sich unter günstigen Umständen wieder einsetzen, wenn er richtig behandelt wird: nur an der Krone anfassen, niemals an der Wurzel, nicht säubern, nicht abschrubben, feucht lagern und sofort mit in die Praxis oder in die Klinik nehmen. Auch abgebrochene Stücke sollten Sie mitbringen. Trockenheit ist der größte Feind, denn die empfindlichen Zellen auf der Wurzeloberfläche sterben an der Luft rasch ab.

Ausgeschlagener Zahn: die richtige Reihenfolge

  • Ruhe bewahren und den Zahn suchen, auch wenn er verschmutzt ist
  • ihn ausschließlich an der Krone anfassen, also am sichtbaren Teil, nie an der Wurzel
  • nicht abwischen, nicht abbürsten, nicht desinfizieren und nicht in ein Taschentuch wickeln
  • bei grober Verschmutzung allenfalls kurz mit einer geeigneten Lösung abspülen
  • sofort feucht lagern, am besten in einer Zahnrettungsbox
  • ohne Umweg in eine Praxis oder Klinik, die Zeit ist der entscheidende Faktor

Die Zahnrettungsbox aus der Apotheke ist die beste Lösung und gehört in jede Sportstätte und in gut ausgestattete Erste-Hilfe-Kästen. Ist keine zur Hand, eignet sich kalte H-Milch als Notbehelf, ersatzweise Frischhaltefolie oder eine sterile Kochsalzlösung. Wasser ist ungeeignet, weil es die Zellen schädigt. Der Mundvorhof kommt nur infrage, wenn keine Gefahr besteht, den Zahn zu verschlucken, also nicht bei kleinen Kindern und nicht bei Bewusstseinstrübung.

Abgebrochene, gelockerte und verschobene Zähne

Auch ein abgebrochenes Stück gehört mitgenommen, feucht gelagert wie ein ausgeschlagener Zahn. Je nach Bruchlinie lässt es sich unter Umständen wieder ankleben. Ist der Bruch tiefer und liegt der Nerv frei, was sich als rötlicher Punkt in der Bruchfläche zeigt und meist deutlich schmerzt, ist zügige Versorgung nötig, um den Zahn vital zu halten. Selbst wenn nur ein kleines Stück fehlt und nichts wehtut, sollte der Zahn angesehen werden: Ein Riss reicht oft tiefer, als die sichtbare Kante vermuten lässt.

Ein Zahn, der nach einem Sturz locker ist, sich verschoben anfühlt oder in die Tiefe gedrückt wurde, gehört ebenfalls zeitnah untersucht. Versuchen Sie nicht, ihn selbst zurechtzurücken. In der Praxis wird beurteilt, ob eine Schiene nötig ist, die den Zahn für die Heilungsphase stabilisiert, und ob der Kieferknochen beteiligt ist. Solche Zähne brauchen später Kontrollen, weil der Nerv Wochen oder Monate danach noch absterben kann. Ein Zahn, der sich nachträglich dunkel verfärbt, ist ein typisches Zeichen dafür und gehört angesehen.

Milchzähne sind ein Sonderfall

Ein ausgeschlagener Milchzahn wird in der Regel nicht wieder eingesetzt, weil dabei der darunter liegende bleibende Zahnkeim beschädigt werden kann. Trotzdem gehört das Kind zeitnah in die Praxis: Es muss geklärt werden, ob der Zahn wirklich vollständig heraus ist oder ob Reste im Kiefer verblieben sind und ob der Keim des bleibenden Zahns betroffen ist. Bringen Sie den Zahn mit, auch wenn er nicht wieder eingesetzt wird.

Nicht nur an die Zähne denken

Bei einem Sturz oder Schlag gegen den Kopf sind Zähne oft nur ein Teil des Problems. Achten Sie auf Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Erinnerungslücken. In diesem Fall hat die ärztliche Abklärung Vorrang vor dem Zahn. Ebenso gehören Platzwunden, ein möglicher Kieferbruch, Schluckbeschwerden oder eine Kieferklemme sofort versorgt. Denken Sie auch an den Tetanusschutz, wenn Wunden vorliegen.

Vorbeugen

Der wirksamste Schutz bei Sport ist ein Mundschutz. Individuell in der Praxis angefertigte Schienen sitzen besser und stören weniger als Standardprodukte aus dem Handel, was in der Praxis darüber entscheidet, ob sie tatsächlich getragen werden. Sinnvoll ist er nicht nur beim Kampfsport, sondern bei allen Sportarten mit Sturz- oder Kontaktrisiko. Wenn Kinder Sport treiben, lohnt sich das Gespräch darüber in der Praxis. Ebenso lohnt es sich, im Verein oder in der Schule zu wissen, wo eine Zahnrettungsbox liegt.

Fazit

Beim Zahnunfall zählt Tempo und die richtige Lagerung: Krone anfassen, feucht halten, sofort in die Praxis. Bringen Sie auch abgebrochene Stücke mit, und lassen Sie selbst scheinbar harmlose Verletzungen ansehen, weil Folgen am Nerv erst später sichtbar werden. Bei Kopfverletzung geht die ärztliche Abklärung vor.

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