de.express Zahnarzt Zum Portal
de.expressZahnarztZahnarzt
Zahnarzt

Zahnschmerzen und zahnärztlicher Notdienst: Was in welcher Situation gilt

Zahnschmerzen sind ein Symptom, kein Befund. Dahinter kann tiefe Karies stecken, eine Entzündung des Zahnnervs, ein entzündetes Zahnfleisch, ein Riss, ein freiliegender Zahnhals, ein durchbrechender Weisheitszahn oder eine überlastete Kaumuskulatur. Die Ursache lässt sich nicht von außen erraten, sie gehört in der Praxis abgeklärt. Dringend wird es bei einer Schwellung, die zunimmt, bei Fieber, bei Schluckbeschwerden oder wenn sich der Mund schlecht öffnen lässt. Warten Sie in diesen Fällen nicht ab, sondern suchen Sie sofort Hilfe.

Wann es nicht warten darf

Es gibt Situationen, in denen der Weg zum Notdienst oder in die Klinik ohne Verzögerung angezeigt ist:

  • eine Schwellung, die sich ausbreitet, besonders zum Auge, zum Hals oder zum Mundboden hin
  • Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl zusätzlich zum Zahnschmerz
  • Schluckbeschwerden, Atembeschwerden oder eine kloßige Sprache
  • eine Kieferklemme, wenn sich der Mund nicht mehr richtig öffnen lässt
  • starke Blutung, die nicht zum Stillstand kommt
  • ein Zahnunfall, besonders wenn ein Zahn ausgeschlagen wurde

Diese Zeichen deuten darauf hin, dass sich eine Entzündung ausbreitet. Sie sind kein Anlass zum Abwarten und auch keiner für Hausmittel.

Wie Sie den Notdienst erreichen

Außerhalb der Sprechzeiten gibt es einen zahnärztlichen Notdienst, der von den Zahnärztekammern der Länder organisiert wird. Wie er erreichbar ist, ist regional unterschiedlich: über die Notdienstsuche der zuständigen Kammer, über den Anrufbeantworter Ihrer Praxis, der auf den diensthabenden Dienst verweist, oder über die Vermittlungsstellen. Bei einer bedrohlichen Situation mit Atem- oder Schluckproblemen ist der Rettungsdienst zuständig.

Ein Tipp, der sich vorher lohnt: Notieren Sie sich die Notdienstnummer Ihrer Region, solange Sie beschwerdefrei sind. Nachts mit Schmerzen zu recherchieren ist der ungünstigste Zeitpunkt dafür. Sinnvoll ist auch zu wissen, wie Ihre Stammpraxis akute Fälle innerhalb der Sprechzeit handhabt, denn viele Praxen halten dafür Zeitfenster frei.

Was der Notdienst leistet

Der Notdienst ist auf die Beseitigung des akuten Problems ausgerichtet, nicht auf eine umfassende Versorgung. Typisch ist, dass die Ursache des Schmerzes angegangen wird, etwa durch Eröffnen eines entzündeten Zahns, das Entlasten einer Schwellung oder eine provisorische Versorgung. Die endgültige Behandlung erfolgt danach in Ihrer Praxis. Erwarten Sie also keine fertige Krone und keine abgeschlossene Wurzelbehandlung, sondern die Linderung der akuten Lage und einen sicheren Übergang bis zum nächsten regulären Termin.

Bis der Termin da ist

Bis Sie behandelt werden, können Sie sich das Warten erleichtern, ohne die Ursache zu behandeln. Bei einer Schwellung wird von außen gekühlt, nicht gewärmt, denn Wärme fördert die Ausbreitung. Der Oberkörper darf beim Liegen erhöht sein, weil pochende Schmerzen im Liegen oft zunehmen. Schonen Sie die Seite beim Kauen. Wenn Sie ein Schmerzmittel nehmen möchten, halten Sie Rücksprache in der Apotheke oder in der Praxis und beachten Sie Ihre sonstigen Erkrankungen und Medikamente.

Was Sie nicht tun sollten: eine Schmerztablette auf das Zahnfleisch legen, denn das kann die Schleimhaut verätzen. Ebenso wenig gehören hochprozentiger Alkohol, Hitze oder Versuche, selbst am Zahn zu hantieren, dazu. Und ein wichtiger Punkt: Wenn der Schmerz plötzlich aufhört, heißt das nicht, dass das Problem weg ist. Häufig ist der Nerv abgestorben, und der Vorgang läuft im Verborgenen weiter. Halten Sie den Termin trotzdem ein.

Was Sie zum Termin mitbringen

Hilfreich sind Ihr Medikamentenplan, Angaben zu Allergien und Vorerkrankungen, Ausweise für Blutgerinnung oder andere Erkrankungen und eine kurze Schilderung: seit wann, wo genau, wodurch besser oder schlechter, ob Kälte oder Wärme den Schmerz beeinflusst. Diese Angaben grenzen die Ursache ein.

Die Art des Schmerzes ist dabei aussagekräftiger, als viele vermuten. Ein kurzer, stechender Schmerz, der mit dem Reiz verschwindet, deutet in eine andere Richtung als ein dumpfer, pochender Schmerz, der von selbst kommt und nachts stärker wird. Auch ob Sie den Zahn genau benennen können oder ob der Schmerz ausstrahlt, ist eine Information. Versuchen Sie nicht, daraus selbst eine Diagnose abzuleiten, aber schildern Sie es.

Ein letzter praktischer Hinweis: Nehmen Sie, wenn möglich, jemanden mit, falls eine Betäubung oder ein Eingriff ansteht, und planen Sie Zeit ein. Der Notdienst arbeitet nach Dringlichkeit, nicht nach Reihenfolge des Eintreffens.

Fazit

Zahnschmerz hat viele mögliche Ursachen und gehört abgeklärt. Bei Schwellung, Fieber, Schluck- oder Atembeschwerden zählt jede Stunde. Kühlen und Schonen überbrücken die Zeit bis zum Termin, sie ersetzen ihn nicht, und ein nachlassender Schmerz ist kein Grund, den Termin abzusagen.

← Alle Beiträge aus Zahnarzt