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Zahnpflege im Alter und bei Pflegebedarf: Was sich ändert und wer unterstützt

Mit dem Alter ändern sich die Anforderungen an die Zahnpflege, nicht ihre Bedeutung. Zahnfleisch geht zurück, wodurch Wurzeloberflächen frei liegen, die weicher als Schmelz und damit anfälliger sind. Viele Medikamente vermindern den Speichelfluss, und ohne Speichel fehlt der wichtigste natürliche Schutz. Dazu kommt, dass Zahnersatz eigene Pflege verlangt und die Beweglichkeit der Hände nachlassen kann. Wer nicht mehr selbst reinigen kann, hat Anspruch auf Unterstützung, und es gibt Regelungen für aufsuchende Betreuung.

Wurzelkaries: das typische Problem

Solange nur Schmelz freiliegt, ist der Zahn gut geschützt. Zieht sich das Zahnfleisch zurück, liegt die Wurzeloberfläche frei, und die ist deutlich weniger widerstandsfähig. Karies entsteht dort schneller, oft am Zahnfleischrand entlang, und sie ist schwerer zu versorgen, weil die Stelle nah am Zahnfleisch und manchmal darunter liegt. Deshalb verschiebt sich der Schwerpunkt der Vorbeugung: Fluorid wird wichtiger, die Reinigung des Zahnfleischrands ebenfalls, und die Kontrollabstände werden meist enger. Lassen Sie sich sagen, welche Fluoridanwendung für Sie sinnvoll ist, es gibt höher dosierte Präparate und Lacke für die Praxis.

Trockener Mund

Ein trockener Mund ist keine Bagatelle. Er erschwert Sprechen, Kauen und Schlucken, lässt Prothesen schlechter sitzen, begünstigt Entzündungen der Schleimhaut und lässt das Kariesrisiko deutlich steigen. Häufige Ursachen sind Medikamente, wobei die Kombination mehrerer Präparate den Effekt verstärkt, dazu Erkrankungen, eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich und zu geringe Trinkmenge. Sprechen Sie das an, statt sich damit abzufinden. Manchmal lässt sich in Absprache mit der behandelnden ärztlichen Praxis etwas an der Medikation ändern, und es gibt Speichelersatzmittel und Anregungsmittel. Regelmäßiges Trinken von Wasser und zuckerfreie Produkte, die den Speichelfluss anregen, helfen im Alltag.

Wenn die Hände nicht mehr mitmachen

  • Griffe der Zahnbürste verdicken, etwa mit einem Schaumstoffschlauch oder Griffhilfen
  • elektrische Zahnbürste mit dickem Griff, sie nimmt die Bewegung ab
  • Interdentalbürsten mit langem Griff statt Zahnseide, die beidhändige Feinarbeit verlangt
  • im Sitzen reinigen, mit abgestütztem Arm, bei guter Beleuchtung
  • feste Uhrzeit statt Gelegenheit, damit die Routine nicht ausfällt

Bei Sehproblemen hilft ein Vergrößerungsspiegel. Und wenn eine Hand ausfällt, sind Hilfsmittel gefragt, die einhändig zu bedienen sind. Fragen Sie in der Praxis nach, dort ist das ein vertrautes Thema.

Unterstützung und aufsuchende Betreuung

Menschen mit Pflegegrad und Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf zusätzliche Leistungen zur Vorbeugung: Erhebung des Mundgesundheitszustands, ein Plan zur Mundpflege, Aufklärung des Umfelds und Entfernung harter Beläge. Diese Leistungen sind ausdrücklich dafür gedacht, dass Mundpflege auch dann stattfindet, wenn sie nicht mehr selbst geleistet werden kann. Zudem können Praxen Kooperationsverträge mit Pflegeeinrichtungen schließen und Menschen aufsuchen, die nicht mehr in die Praxis kommen. Auch ein Hausbesuch ist möglich, wenn der Weg in die Praxis nicht zumutbar ist. Fragen Sie in Ihrer Praxis und bei der Kasse nach, was in Ihrem Fall gilt.

Für Angehörige und Pflegende

Mundpflege wird im Pflegealltag oft zuletzt erledigt und fällt dann aus. Dabei hat sie erhebliche Folgen: Schmerzen, die sich bei Menschen mit Demenz nicht in Worten äußern, sondern als Unruhe oder Nahrungsverweigerung, schlecht sitzender Zahnersatz, der das Essen erschwert, und Keime, die bei geschwächten Menschen in die Atemwege gelangen können. Achten Sie auf Warnzeichen: Nahrungsverweigerung, einseitiges Kauen, Mundgeruch, Schwellungen, Stellen, die nicht abheilen, eine Prothese, die plötzlich nicht mehr getragen wird.

Praktisch bewährt: Die Prothese wird herausgenommen und außerhalb des Mundes gereinigt, danach werden Restzähne, Schleimhaut und Zunge separat gereinigt. Lassen Sie sich das einmal zeigen, statt es sich anzueignen. Widerstand ist häufig kein Trotz, sondern Schmerz oder Überforderung. Ruhe, Ankündigung jedes Schritts und feste Abläufe helfen mehr als Nachdruck.

Fazit

Im Alter verschiebt sich das Risiko zu Wurzelkaries und trockenem Mund, und die Pflege muss sich an nachlassende Beweglichkeit anpassen. Hilfsmittel, engere Kontrollen und mehr Fluorid sind die üblichen Antworten. Wer Unterstützung braucht, hat Anspruch darauf, auch aufsuchend, und Angehörige sollten Warnzeichen kennen.

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